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Chronik
Geschichte der kath. Pfarrgemeinde St. Joseoh Eppelheim
Im Lorscher Codex wird in einer Urkunde von 796 der Priester Erlebad erwähnt, der die Kirche des Hl. Nazarius in Eppelheim leitete. Im späteren Mittelalter gehörte das Land um den unteren Neckar zum geistlichen Sprengel des Bischofs von Worms. Das Wormser Synodale von 1496 hält fest, dass Eppelheim eine Pfarrei mit einer dem Hl. Bartholomäus geweihten Kirche war und der dortige Zehnte dem Kanonikerstift zu Neuhausen bei Worms zufloss. Das Stift hatte den Pleban, den Leutpriester für Eppelheim zu bestellen und für seinen Unterhalt sowie für die Instandhaltung der Kirche zu sorgen. Nach Einführung der Reformation durch die pfälzischen Kurfürsten verließ der letzte kath. Priester Valentin Hin den Ort, dessen Einwohner nun durchweg der reformierten Konfession angehörten.
Nach dem Pfälzischen Erbfolgekrieg bemühten sich die neuen kath. Kurfürsten der Linie Pfalz-Neuburg um eine Rekatholisierung der Pfalz und förderten die Einwanderung kath. Neubürger. Seit 1701 gab es in Eppelheim wieder einen kath. Lehrer und eine kath. Schule. 1744 konnten die Katholiken aus Wieblingen, Edingen und Eppelheim einen eigene Pfarrkirche in Wieblingen errichten, die das alte vorreformatorische Bartholomäus-Patrozinum erhielt. 1878 wurde für die Filialgemeinde in Eppelheim (ca. 500 Katholiken) eine eigene Kirche gebaut, die das Bauhandwerkerdorf dem Hl. Joseph widmete. Mit Gründung einer Schwesternstation und eines Kindergarten (1904), eines Arbeitervereins, Jungmännerverein (später DJK), Kirchenchors und Müttervereins entwickelte sich ein lebendiges kath. Gemeindeleben. 1928 wurde das Gemeindehaus „Franziskushof“ gebaut, um den kath. Vereinen ein Zuhause und der Pfarrgemeinde, die nach der Volkszählung von 1925 922 Katholiken, d. h. 29% der Bevölkerung Eppelheims umfasste, einen ausreichend großen Versammlungssaal zu bieten.
1925 wurde Eppelheim von der Mutterpfarrei Wieblingen getrennt und zur Pfarrkuratie erhoben: es erhielt einen eigenen Pfarrkuraten, der im Ort residierte. Die Katholiken der neuen Heidelberger Siedlung „im Pfaffengrund“ wurden der Kuratie Eppelheim angeschlossen. Da die Pfaffegrunder Siedlung rasch wuchs und 1935 bereits 1.200 Katholiken zählte, erhielt sie 1935 gleichzeitig mit dem Bau der Autobahn zwischen beiden Ortschaften ebenfalls den Status einer selbstständigen Pfarrkuratie.
Nach dem 2. Weltkrieg fanden viele kath. Flüchtlinge aus dem Böhmerwald, dem Sudentenland und Ungarn in Eppelheim eine neue Heimat. Als die Zahl der Katholiken 1955 auf 2.225 angestiegen war, erhob Erzbischof Seiterich von Freiburg die Kuratie zur Pfarrei. Da die Plätze in der kleinen Josephskirche längst nicht mehr ausreichten, wurde im Süden des Ortes an der Bahnhofstraße eine große moderne Kirche gebaut und am Christkönigsfest 1961 konsekriert. Sie trägt den Titel „Jesus Christus Rex“. Ein zweiter kath. Kindergarten, St. Luitgard, eröffnete 1964, ebenfalls im Eppelheimer Süden, seine Pforten. An der Stelle des „Franziskushofs“ aus den 20iger Jahren wurde 1978 das neue kath. Gemeindezentrum St. Franziskus errichtet.
Mit der Gründung der gemeinsamen kirchlichen Sozialstation 1979 wurde Eppelheim Vorreiter der Ökumenischen Zusammenarbeit in der Region. Evang. Kirchengemeinde und kath. Pfarrgemeinde vereinbarten 2006 eine „ökumenische Partnerschaft“, in der u. a. regelmäßige Ökumenische Gottesdienste, ökumenische Bibelabende und –wochen, der ökumenische Gemeindebrief zu Weihnachten und Ostern und der ökumenische Ausschuss als verantwortliches Arbeitsgremium festgeschrieben wurden. Auch die Veranstaltungsreihe „Musik in der Josephskirche“ wird von beiden Gemeinden getragen.
Entsprechend den pastoralen Leitlinien der Erzdiözese Freiburg wurde 2006 die Seelsorgeeinheit Christophorus begründet. Die Filialgemeinden Eppelheim und Pfaffengrund die sich im 19. bzw. 20. Jahrhundert entwickelten, sich mit der Mutterpfarrei Wieblingen wieder zu einem Pfarrverbund zusammengefasst, in dem Eppelheim mt 4.710 Katholiken die größte Ortsgemeinde stellt.

